Übersicht zur Antira-Demo in Betwil

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Dem rassistischen Pöbel morgen in Bettwil entgegentreten!

Es gibt kein ruhiges Hinterland!

Als der Bund beschloss, 140 Asylbewerbende in der unbenutzen Bettwiler Militärunterkunft für eine Zeit von einem Jahr einzuquartieren, war das für die Bewohner_innen Bettwils ein riesiger Schock. «Wir wurden nicht einmal gefragt!», «Aber dann kann ich meine Kinder nicht mehr draussen spielen lassen…», «Wir wollen keine Ausländer hier!» - der Grund-Tenor von Bettwiler_innen und allgemein vielen Menschen im aargauer Seetal spricht hier eine deutliche Sprache.

Uns ist bewusst, dass das Selbstbestimmungs-Recht eines jeden Einzelnen durch Politiker_innen mit Füssen getreten wird. Aber das hat die Stellvertreter_innen-Demokratie so an sich. Wer also auf sein Selbstbestimmungs-Recht pocht, sollte auch so leben, statt einfach zu wählen.

Wir sind wütend wegen dem rassistischen, menschenverachtenden Konsens, welchen die in Bettwil lebenden Menschen an den Tag legen. Wochenlang haben sie gegen die geplante Asly-Unterkunft mit Fakel-Aufmärschen, Flyer- und Plakataktionen und sogar Blockaden protestiert. Dass sich offen faschistische Gruppierungen, wie zum Beispiel die «Europäische Aktion», dem Protest angeschlossen haben, liegt auf der Hand. Sind die Nazis also Trittbrettfahrer_innen, wie vom «Pro Bettwil-Komitee» behauptet? Wohl kaum: Die Dorfbewohner_innen haben Applaus und Unterstützung jener erhalten, deren Sache sie selber gefördert haben.

Als nun klar wurde, dass das Unterbringen der Asylbewerbenden aufgrund einer nicht erteilbaren Baubewilligung nicht möglich ist, wurde das in Bettwil wie ein Sieg gefeiert. Dass es Freude ist, was empfunden wird, wenn Asylbewerbende schlussendlich vielleicht abgewiesen werden müssen und an den von Frontex bewachten Aussenmauern Europas elendiglich sterben, finden wir einfach nur widerlich!

Da dieses Abfeiern einigen Menschen aus der Region Basel auch nicht gefällt, rufen sie seit heute Vormittag zu einer Kundgebung am morgigen Sonntag um 13 Uhr in Bettwil auf. Diese Menschen stehen mit der Polizei in Kontakt, es werden also keinerlei Probleme mit der Staatsmacht erwartet. Anders sieht es mit Provokations- und Verhinderungs-Aktionen gewisser Seetal-Bewohner_innen aus, passt also auf euch und andere auf!

Die Antifa Aarau ruft dazu auf, sich der Kundgebung mit eigenen Inhalten anzuschliessen! Durchbrechen wir den rassistischen Konsens und zeigen Solidarität mit allen Menschen, welche an Europas Aussengrenzen warten oder von Abschiebung bedroht sind!

Wir sehen uns morgen, am 15. Januar 2012 um 13 Uhr auf der Schulstrasse in Bettwil!

Antifa Aarau





Medienmitteilung zur Demo in Bettwil am 15. Januar

Nie wieder Faschismus!

Als der Bund beschloss, 140 Asylbewerbende in der unbenutzen Bettwiler Militärunterkunft für eine Zeit von einem Jahr einzuquartieren, war das für die Bewohner_innen Bettwils ein riesiger Schock. «Wir wurden nicht einmal gefragt!», «Aber dann kann ich meine Kinder nicht mehr draussen spielen lassen…», «Wir wollen keine Ausländer hier!» - der Grund-Tenor von Bettwiler_innen und allgemein vielen Menschen im Aargauer Seetal spricht hier eine deutliche Sprache.

Dass sich offen faschistische Gruppierungen, wie zum Beispiel die «Europäische Aktion», dem Protest angeschlossen haben, liegt auf der Hand. Sind die Nazis also Trittbrettfahrer_innen, wie vom «Pro Bettwil-Komitee» behauptet? Wohl kaum: Roger Burri spricht von bundeseigenen Internierungslager, eine Forderung, welche die «Helvetische Jugend» schon vor Jahren stellte. Die Gegner_innen der Asylunterkunft, haben somit Applaus und Unterstützung jener erhalten, deren Sache sie selber gefördert haben.


Heute am 15. Januar fand eine Demonstration in Bettwil statt. Ca. 40 Personen zeigten, dass sie nicht einverstanden sind mit den Vorgängen der letzten Wochen im Seetal.
Die beteiligten Gruppen hielten vor dem Gemeindehaus Reden und es wurde ein Brief an die Bettwiler Bevölkerung hinterlassen. Nach einer kurzen Demonstration durch den Dorfkern nahmen sich die Demonstrierenden die Strasse nach Fahrwangen. Kurz vor dem zu dieser Zeit in Fahrwangen stattfindenen Fest, erklärte die Polizei die Demonstration für beendet und schickte uns per Bus nach Hause.

Die Demonstration verlief problemlos und friedlich, abgesehen von Beleidigungen einzelner Dorfbewohner. Dies wohl auch aufgrund des übertrieben grossen Polizeiaufgebotes, welches von unserer Seite zu keiner Zeit Bedingung für eine Demonstration war.

Uns ist bewusst, dass das Selbstbestimmungsrecht der Bettwiler_innen durch Politiker_innen mit Füssen getreten wurde. Aber das hat die Stellvertreter_innen-Demokratie so an sich. Wer also auf sein_ihr Selbstbestimmungsrecht pocht, sollte auch so leben, statt einfach zu wählen. Alternativen zum Bestehenden gibt es zu genüge.

Wir schätzten die Zusammenarbeit und das gemeinsame Laufen mit Menschen unterschiedlichen politischen Meinungen, mit welchen wir den antirassistischen Konsens teilen. Wir betonen aber, dass wir die Arbeitweise der einzelnen Menschen, welche sich im System engagieren, nicht als zielführend erachten.

Wir werden weiterhin Rassimus in all seinen Formen bekämpfen, ob Prügelnazis, Rassisten im Anzug oder im Parlament.

Wehret den Anfängen!

Antifa Aarau




«Bomben auf Bettwil» – Medienmitteilung

Richtigstellung der Antifa Aarau

AIn den vergangenen Tagen haben verschiedene Seiten gegen Jusos und «Linksautonome», die am Sonntag friedlich in Bettwil demonstrierten, gehetzt. Bettwiler_innen aber auch «Patriot_innen» und sogar Neonazis aus Süddeutschland haben auf Facebook gepöbelt, beleidigt und gedroht.

Aber auch die Medienschaffenden – allen voran die AZ-Mediengruppe mit schlechten und reisserischen Artikeln von Pascal Meier – haben sich Mühe gegeben, Protest zu delegitimieren und die Bewohner_innen Bettwils als Opfer darzustellen, welche von einem Grossaufgebot der Kapo beschützt werden mussten.

Bettwiler_innen sind jedoch keine Opfer, sondern Täter: Weil sie teilweise «klandestin» Gegenaktionen zur Demo planten, die von Jauche über Tierkadaver bis zu tätlichen Angriffen reichten, wollte die Polizei die Demonstration ursprünglich nach Lenzburg verlegen, da sie die Sicherheit nur schwer hätte gewährleisten können. Das Polizei-Aufgebot war also nicht wegen eventuellen Ausschreitungen der Demonstrant_innen vor Ort, sondern weil befürchtet werden musste, dass Bettwiler_innen doch nicht so auf Demokratie und Meinungsfreiheit stehen, wie sie immer wieder gerne betonen.

Aus diesem Grund erachten wir es als legitim, sich an einer Kundgebung unkenntlich zu machen, um Repressalien wütender Dorfbewohner_innen und Neonazis so gut wie möglich zu entgehen.

Durch ihr unsolidarisches und fremdenfeindliches Verhalten gegenüber Menschen, die aus ihrem Herkunftsland flüchteten, fochten Bewohner_innen des Seetals die Grundsatz-Diskussion über die Aufnahme von Asylbewerbenden erneut an und lieferten so Nährboden für rassistische Gruppen wie die «PNOS», die «Europäische Aktion» oder auch die «SD».

Letzte – allen voran René Kunz aus Reinach, der Präsident der SD Aargau – droht nun mit einer «Strafklage gegen die Organisatoren der Demonstration», da «Vermummte Juso und Linksautonome […] sie [die Bettwiler Bevölkerung] pauschal als «Nazis» beschimpft [hätten].» Das und die Parole «Bomben auf Bettwil» erachtet die SD Aargau als diskriminierend und als Einschüchterung sowie Drohung gegen Bettwiler_innen. Speziell hebt die SD Aargau in ihrer Medienmitteilung die Solidarität mit dem Gemeinderat hervor, welcher ebenfalls als «Nazi» «beschimpft» worden sei.

Die Juso Aargau meinte darauf, dass der Fall juristisch klar sei, da die Juso nicht für Aussagen einzelner Demonstrationsteilnehmenden verantwortlich gemacht werden könne.

Wir, Menschen die sich in der Antifa Aarau organisieren, möchten dazu gerne Stellung beziehen: Die zugegeben stumpfe und provozierende Parole «Bomben auf Bettwil» stammt von uns. Und zwar ist sie genau so provokativ wie das, was Bettwiler_innen wochenlang abgezogen haben! Wir können die Bevölkerung des Seetals weder verstehen, noch sympathisieren wir mit ihr. Im Gegenteil: Wir empfinden Wut und tiefste Verachtung diesem unsolidarischen und offen rassistischen Verhalten gegenüber. Diese Wut und Verachtung äusserte sich so auch in einer Parole, für welche wir uns kurz darauf bei anderen Demonstrierenden entschuldigten, da sie keineswegs repräsentativ für die ganze Demonstration stand. Die oben genannte Parole ist also keineswegs eine Drohung oder ein Aufruf (an wen auch?), sondern nur Ausdruck unseres Hasses auf Rassismus.

Betreffend der Anschuldigung, wir hätten kollektiv alle Bettwiler_innen als Nazis bezeichnet, halten wir daran fest, dass es durchaus Neonazis unter der Bettwiler und Fahrwangener Bevölkerung gibt, wie beinahe in jeder Ortschaft im Freiamt. Dies äusserte sich am vergangenen Sonntag durch eindeutige Beleidigungen, Provokationen und durch Symbole, sowie Kleidungsmerkmale, welche nur von Angehörigen und Anhängern dieser Szene getragen und verwendet werden.

Für uns ist es nicht erstaunlich, dass sich die SD an der genannten Aussage stört, werden doch Wähler_innen der Schweizer Demokraten vorgeworfen, sie seien Nazis… Wir verstehen die Aufregung der SD nicht, die bekanntlich enge Kontakte zu Neonazis pflegen.

Wir erinnern an dieser Stelle daran, wie der ehemalige Nationalratskandidat für den Kanton Aargau und ehemalige zweite Vize-Präsident der SD-Schweiz, Roland Wagner aus Wölflinswil, in Oberhof im Fricktal zwei deutsche und eine bieler Neonazi am Schweizer Sturmgewehr instruierte.
Jonas Schneeberger aus Niederried bei Interlaken wurde im vergangenen Herbst als Neonazi enttarnt, da er in der KZ-Gedenkstätte Buchenwald den Arm zum Hitlergruss hob. Die Nationalratskandidatur konnte er damit streichen.

Aber nicht nur ehemalige Nationalratskandidaten, sondern auch ein ehemaliger SD-Nationalrat und der Präsident der Schweizer Demokraten, Bernhard Hess aus Bern, hat gute Verbindungen zu Neonazis. Er ist gern gesehener Gast beim völkisch-heidnischen «Avalon-Zirkel» und sehr guter Freund von Bernhard Schaub, dem wohl bekanntesten Schweizer Holocaust-Leugner und Initiator der «Europäischen Aktion».

Die Einschüchterungsversuche dieser rassistischen Partei sind keinen Deut wert!

Wir bleiben dabei: Kein Platz für Nazis und Rassisten – weder in Parlamenten, noch auf der Strasse!

Antifa Aarau




Medienberichte

– Schweizer Demokraten wollen Bettwiler Demonstranten verklagen >>>
– Jungsozialisten distanzieren sich von Bomben-Parolen >>>
– «Bomben auf Bettwil!»: Linksautonome und Juso demonstrieren in Bettwil >>>

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04.02.2011 | (A)argrau